Pula

Wir haben uns den Campingplatz Arena Stoja ausgesucht. Er liegt malerisch auf der kleinen Landzunge Stoja mit viel Baumbestand. Umgeben ist er von einer felsigen und teils steilen Küste, es gibt jedoch auch zwei schöne, dazugehörigen Badebuchten mit kristallklarem Wasser.
Idealerweise hält hier direkt am Eingang des Platzes der Bus, mit dem wir in 15 Minuten bequem die Altstadt von Pula erreichen.
Kroatien oder doch Italien?
Auf den ersten Blick könnte man fast meinen, man sei in Rom gelandet. Pula ist nicht nur die größte Stadt Istriens, sondern auch die älteste. Die römisch geprägte Stadt ganz im Süden der Halbinsel ist eines der beliebtesten Reiseziele Istriens.
Nach der kurzen Busfahrt halten wir am Giardini Platz, mitten in der Altstadt. Hier ist der perfekte Startpunkt für unsere Stadtbesichtigung. Wir stehen quasi direkt am Sergierbogen oder auch das "Goldene Tor" genannt.
Wir spazieren durch den Triumphbogen aus der Antike und schon beginnt die Fußgängerzone, die Ulica Sergijevaca.
Ich liebe es ja durch Altstädte zu schlendern, kleine Geschäfte zu besuchen, hier und da einen Kaffee zu trinken oder ein Eis zu holen und mich treiben zu lassen. Es reiht sich ein Café und Souvenirshop an den nächsten.
Kurze Zeit später gelangen wir auf unserem Bummel zum Herzstück der Altstadt, der antike Forumplatz. Hier steht der gut erhaltene Augustus-Tempel, ein schlanker römischer Tempel mit anmutigen, korinthischen Säulen. Heute dient der Tempel als kleiner Ausstellungsraum für römische Stein- und Bronzeskulpturen.
Direkt daneben ist der Stadtpalast, das heutige Rathaus. Weiter eingerahmt wird der Forumplatz von etlichen gut erhaltenen und renovierten Stadthäusern aus dem Mittelalter und der Renaissance. Natürlich befinden sich auf dem Platz auch jede Menge Cafés und Restaurants und es herrscht ein buntes Treiben.
Wir besichtigen den Mix aus römischen, venezianischen, italienischen Baudenkmälern. Dann kommen wir zur Kathedrale Maria Himmelfahrt, dem bedeutendsten religiösem Gebäude der Stadt aus dem 5. Jahrhundert. Die Kirche ist eher schlicht, gleich daneben steht der Glockenturm aus dem 17. Jahrhundert, errichtet aus großen Steinblöcken. In direkter Nähe befindet sich auch das Baptisterium.
Wir entdecken auf unserem Ausflug durch die Stadt jede Menge Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit. Überwältigt jedoch sind wir vom Wahrzeichen der Stadt, das gigantische Kolosseum. Es stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Chr. Das Amphitheater ist tatsächlich das sechstgrößte der Antike und wohl auch eines der am besten erhaltenen. Heute noch finden hier Konzerte, Opern und Veranstaltungen statt. Die Arena bietet 5000 Besuchern Platz. Wir genießen die tollen Ausblicke. Durch die offenen Fensterbögen der Arena sieht man heute ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegen.
Nach einer kleinen Pause mit leckeren Cevapcici und einem Pivo machen wir uns weiter auf den Weg. Etliche Treppen und steile Wege führen uns zum Kastell bzw. der venezianischen Festung. Diese thront auf dem höchsten Hügel der Stadt und bietet uns einen tollen Panoramablick.
Die Festung wurde im 17. Jahrhundert von den Venezianern als sternförmige Verteidigungsanlage zum Schutz des Hafens und der umliegenden Küste errichtet. Heute beherbergt sie das historische und maritime Museum von Istrien.
Nach unserer Umrundung steigen wir von der Anhöhe wieder hinab und schlendern auf dem Rückweg zum Busbahnhof noch an der Werft vorbei. Gigantische Schiffe und Kranen sind zu bestaunen.
Ein wunderschöner, wenn auch anstrengender Tag geht zu Ende und wir genießen den Abend wieder mit traumhaftem Sonnenuntergang.
Die Region Pula bietet außer den vielen historischen Sehenswürdigkeiten aber auch wunderschöne Naturattraktionen. Ein toller Naturstrand liegt gleich fußläufig von unserm Campingplatz entfernt und wir genießen dort einen wunderschönen Tag.
Galebove Stijene
Das Seagull’s Rocks von Pula, hier eher als „Galebove stijene“ bekannt, ist eine naturbelassene Felslandschaft entlang der Küste von Stoja. Der Ort besticht durch seine weißen Kalksteinfelsen, den vielen kleinen Felsplateaus sowie unzähligen Kiefern- und Pinienbäumen. Ein weiterer besonderer Reiz sind die vielen, kleinen, versteckten, natürlichen Badebuchten, sowie das glasklare Wasser in allen nur möglichen Blautönen.
Die felsige, für ihr kristallklares Wasser bekannte Bucht, ist auch ein Hotspot für Felsenspringer. Wir sitzen auf einer der unzähligen Felsplattformen und beobachten die mutigen Klippenspringer. Direkt oberhalb der Golubova Höhle springen sie waghalsig und oft spektakulär mindestens 10 Meter tief ins Meer.
Das Betreten oder das Befahren der Golubova-Höhle ist seit 2026 verboten, da es sich um ein geschütztes, höhlenkundliches Objekt in einem sensiblen Naturgebiet handelt.
Fort Bourguignon
An einem nicht so sonnigen Tag machen wir uns auf zu einer schönen Wanderung. Bei leicht bedecktem Himmel erkunden wir den Küstenweg zwischen Stoja und Verudela. Immer wieder haben wir tolle Ausblicke zu kleinen Buchten oder der felsigen Küste an der Adria.
Nach ca. 5 km erreichen wir unser Ziel, eine alte Verteidigungsanlage. Das Fort Bourguignon ist eine von vielen Festungen in der Region Pula, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Kaiserreich erbaut wurden. Benannt ist das Kastell nach einem französischen Marineoffizier, der maßgeblich an der Restaurierung der Befestigungsanlagen beteiligt war. Die Verteidigungsanlage befindet sich auf einer Anhöhe. Seine strategische Lage ermöglichte die Kontrolle und Überwachung der Einfahrt zum Hafen von Pula. Seit 2023 ist das Fort jedoch für Besucher geschlossen, wieder ein "Lost Place".
Nach 10 km Fußmarsch sind wir doch etwas platt. Es gibt heute schnelle Spaghetti Pesto und dann wird noch kurz alles eingepackt und der Camper wieder startklar gemacht, morgen geht die Reise weiter.




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