Zadar

Mein Mann liebt es ja Serpentinen Straßen zu fahren, mit jeder Menge Harnadelkurven. Mir wird schnell klar, das er sich für unsere Weiterreise in die Region Dalmatien, die spektakuläre Panoramastraße ausgesucht hat.
Die Jadranska Magistrala (Adria-Magistrale) ist eine der bekanntesten und wohl auch der schönsten Küstenstraßen in Europa. Sie erstreckt sich über ca. 1000 km und verläuft von Triest in Italien über Slowenien nach Kroatien und weiter ein kurzes Stück durch Bosnien-Herzegowina bis nach Montenegro.
Ganz getreu dem Motto, der Weg ist das Ziel, machen wir uns auf zu einem besonderen Roadtrip, und erleben diese Route auf der Strecke von Rijeka bis Zadar. Unsere Fahrt dauert vielleicht ein wenig länger, aber man wird reichlich belohnt mit atemberaubenden Ausblicken. Die kurvenreiche Strecke verläuft direkt am türkisblauen Mittelmeer entlang, während das Velebit-Gebirge und schroffe Karstfelsen auf der anderen Seite aufragen.
Wir kommen im kleinen Vorort Borik bei Zadar beim Campingplatz Falkensteiner Resort an und freuen uns noch ein Plätzchen ergattert zu haben. Der Platz ist einer von wenigen, die das ganze Jahr geöffnet haben. Er ist in ganz Europa bekannt und beliebt. So trifft man hier auf Camper aus aller Herren Länder. Viele genießen hier die milden, schönen und sonnigen Tage am Strand und am Pool.
ZADAR
Zadar zählt zu einer der architektonisch vielfältigsten Städte Dalmatiens. Von römischen Ruinen über venezianische Monumente bis hin zu modernen, sogar außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten bietet diese Küstenstadt jede Menge.
Mit den Fahrrädern machen wir uns auf die kurze Strecke von 5 km in Richtung Zadar. Die autofreie Altstadt liegt auf einer Halbinsel. Dorthin gelangen wir über die Fußgängerbrücke. Die Räder parken wir direkt an der historischen Stadtmauer die fast die ganze Altstadt umschließt. Die Stadtmauer war Teil der venezianischen Verteidigungsanlagen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Seit 2017 ist sie UNESCO-Welterbe.
Man kann auf großen Teilen der Mauer entlangspazieren. Von oben hat man tolle Blicke auf die Bucht, den Hafen und bis zum Velebit Gebirge.
Durch das Stadttor führt uns die "Kalelarga", eine breite Gasse, direkt zum Volksplatz "Narodni Trg". Dort herrscht reges Treiben und die Cafés und Lokale sind gut besucht. Umringt ist der Platz vom Rathaus, der Stadtwache mit dem markanten Uhrturm und dem ehemaligen Gerichtshof in der Stadtloggia (heute Museum).
Wir spazieren die Gasse weiter und haben bereits die nächste Sehenswürdigkeit im Blick. Der freistehende Glockenturm neben der Kathedrale.
Die Kathedrale der Anastasia ist die größte Kirche in Dalmatien und das wichtigste sakrale Bauwerk in der Altstadt von Zadar. Die dreischiffige Kirche wurde im 12. und 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut. Ihre Fundamente und Ursprünge gehen auf eine frühchristliche Basilika aus dem 4. Jahrhundert zurück.
Wir gehen weiter in Richtung Uferpromenade und kommen zu zwei ganz einzigartigen Denkmälern der "Modernen Kunst am Meer". Entworfen wurden sie von Nikola Basic, einem einheimischen Architekten.
Die berühmte Meeresorgel zieht Besucher seit 2005 in ihren Bann. Entlang der Uferpromenade führt eine Treppe aus Marmorstufen direkt ins Meer. Darunter befindet sich ein ausgeklügeltes System aus Rohren und Orgelpfeifen. Wenn nun die Wellen der Adria Luft in diese Röhren pressen, entstehen faszinierende, unvorhersehbare und teils mystische Töne. Wir könnten hier stundenlang sitzen, den Blick aufs Meer gerichtet, und zuhören.
Nur wenige Schritte von der Meeresorgel entfernt befindet sich der „Gruß an die Sonne“. Hier handelt es sich um einen 22 Meter großen Kreis aus 300 mehrschichtigen Glasplatten, die die Sonnenenergie einfangen. Natürlich haben wir uns dieses auffällige und farbenfrohe Lichtspiel auch am Abend angeschaut. Zeitgleich stand ein Kreuzfahrtschiff am Hafen.
Einen kleinen Spaziergang weiter kommen wir zum antiken Zentrum Zadars. Das römische Forum, von dem noch das Originalpflaster, die Fundamente der umliegenden Bauten und Reste von Säulen erhalten sind. Alles liegt hier frei zugänglich wie ein großes Freilichtmuseum.
An der Westseite des Forums erhebt sich die St.-Donat-Kirche. Das Gebäude, ein markanter, rund zylindrischer Bau, steht direkt auf den Überresten des antiken römischen Forums. Die Kirche hat keine sakrale Funktion mehr. Wegen ihrer außergewöhnlichen Akustik dient sie als Konzertsaal und es finden regelmäßig musikalische Veranstaltungen statt.
Wir flanieren weiter entlang der Uferpromenade kommen zum alten, ehemaligen Fischerhafen. Direkt nebenan befindet sich ein weiteres Stadttor, es wird von einem geflügelten Löwen dominiert, der das Wahrzeichen der venezianischen Seemacht darstellt.
Gleich wenn man durch das Tor geht, kommt rechts nach ein paar Stufen der Platz der 5 Brunnen. Die namensgebenden fünf Brunnen reihen sich exakt in einer Linie auf. Sie wurden im Jahr 1574 von den Venezianern erbaut. Unter dem Platz befindet sich eine gigantische, unterirdische Zisterne, über diese wurde damals die gesamte Stadt mit Trinkwasser versorgt.
Direkt auf dem Platz ragt ein mächtiger, 26 Meter hoher quadratischer Wehrturm auf. Er stammt bereits aus dem 13. Jahrhundert.
Wieder sind es nur wenige Schritte und wir stehen vor der Kirche des Heiligen Simeon. Ursprünglich eine frühchristliche Basilika aus dem 5. Jahrhundert, die im 16. und 17. Jahrhundert im Stil der Renaissance und des Barocks umgebaut wurde. Über dem Hauptaltar steht ein prachtvoller Sarkophag aus dem Jahr 1377. Reich verziert mit kunstvoller Goldschmiedearbeit sind verschiedene biblische Szenen dargestellt.
Die ganze Altstadt ist gefüllt von Sehenswürdigkeiten und selbst in vielen der kleinen, oft engen Gassen entdeckt man immer wieder historische Gebäude. Und so bummeln wir die Fußgängerzonen entlang zurück zu unseren Fahrrädern.
Wir genießen eine wunderschöne Zeit hier in Zadar. Ganz besonders für uns sind wieder jeden Abend die vielen, einzigartigen und unterschiedlichen Sonnenuntergänge, ein paar Bilder müssen hier sein :). Nach 10 Tagen verlassen wir Dalmatien und die Reise geht weiter.




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