Hoorn

Wir haben Nordholland, bzw. Westfriesland, erreicht und uns auf dem kleinen, aber schönen Campingplatz t'Ventrop im kleinen Ort de Hulk für 4 Tage eingemietet. Die geschichtsträchtige Stadt Hoorn liegt nur 4 km entfernt. Mit den Fahrrädern, am Deich entlang und vorbei am Stadtstrand von Hoorn ist der Ort schnell erreicht.
Die Stadt liegt am Hoornse Hop, einer Bucht im Markermeer, an der Westseite des Ijsselmeers. Die Bewohner hier lebten schon im Jahr 1316 von den Erträgen aus Fischfang, Handel und Schifffahrt. Hoorn wurde im 16. und 17. Jahrhundert ein wichtiger Heimathafen der niederländischen Ostindien-Kompanie. Im goldenen Zeitalter wird die Stadt zur Hauptstadt von Westfriesland. Hunderte Schiffe fahren von Hoorn aus über die Weltmeere und entdecken neue Handelsrouten.
1616 lichtete Kapitän Willem Schouten die Anker, um als Erster die Südspitze von Südamerika zu umsegeln, die er nach seiner Heimatstadt Kap Hoorn taufte.
Wir haben die Räder abgestellt und losgeht unsere Stadterkundung. Wir starten am Hafen und sind auch gleich am Festungsturm "Hoofdtoren". Dieser empfängt seit 1532 die Schiffe im Hafen von Hoorn. Wir sind gleich fasziniert vom malerischen Wehrturm und den vielen traditionellen Segelschiffen.
Wir bummeln weiter und kommen zum "Roode Steen" dem belebten Marktplatz, im Stadtzentrum nicht weit vom Hafen. Der einstige Reichtum der Stadt spiegelt sich hier bis heute in der Vielfältigkeit der architektonischen Sehenswürdigkeiten.
Das Westfries Museum, zum Teil hinter einem Bauzaun, ist wegen Renovierungsarbeiten leider geschlossen. Aber die markante Renaissance-Fassade können wir dennoch bestaunen.
Genau gegenüber steht das historische Waaghaus aus dem Jahr 1609. In der öffentlichen Waage mussten Händler ihre Waren, vor allem den berühmten Nordholland-Käse, offiziell wiegen lassen. Dies diente der korrekten Erhebung von Marktsteuern und stellte den fairen Handel sicher.
Wir schlendern weiter und kommen durch die Fußgängerzone, gleich sind wir begeistert von den vielen, gut erhaltenen bzw. restaurierten, historischen Gebäuden. Das Stadtbild von Hoorn zählt zu den schönsten des Landes.
In der Fußgängerzone ist auch die Koepelkerk von 1882 eine Kreuzbasilika mit einer monumentalen Kuppel. Uns haben auch die vielen Buntglasfenster gut gefallen.
Wir erreichen eine weitere Kirche. Die Noorderkerk ist das älteste Gebäude in Hoorn und stammt ursprünglich aus dem Jahr 1441. Die Kirche ist mittlerweile entwidmet, und wurde sehr schön restauriert. Heute dient sie als private Eventlocation. Sie wird für private und geschäftliche Veranstaltungen vermietet und ist nicht dauerhaft für die Öffentlichkeit geöffnet.
Das Äußere der Kirche ist besonders auffällig und verfügt über kunstvolle Verzierungen, darunter Totenköpfe über dem Portal.
Eine paar Straßen weiter kommen wir an den Rand des Stadtzentrums. Hier befindet sich das Oosterpoort, erbaut 1578. Es ist das einzige noch erhaltene Stadttor der Stadt. Die Oosterpoort-Brücke verläuft unter dem Tor hindurch.
Eine schöne Stadtbesichtigung geht zu Ende und wir radeln wieder zurück zum Campingplatz. Ich freue mich immer sehr, außergewöhnliches zu entdecken oder zu erfahren, wie heute zum Beispiel wie das Kap Hoorn zu seinem Namen kam.
Wir genießen den letzten Abend hier, die Hitze der letzten Tage hat sich mit dem Gewitter letzte Nacht verabschiedet und bei gemütlichen 25 Grad lässt es sich wieder besser atmen.





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