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IJlst Friesland

Autorenbild: Ellen
Ellen
4. Juli
3 Min. Lesezeit

Unsere Tour geht weiter in Richtung Friesland. Wir freuen uns auf dieser Fahrt auf einen ganz besonderen Streckenabschnitt, den Abschlussdeich (niederländisch Afsluitdijk). Das ist ein 32 km langer Deich zwischen Nordholland und Friesland. Der Damm dient seit 1932 dem Küstenschutz. Er ist eine sehr wichtige Hochwassersperre und hat vor allem die Aufgabe, einen großen Teil der Niederlande bei einer Sturmflut bzw. Überschwemmungen zu schützen. Der Deich schließt das Ijsselmeer von der Nordsee ab. Auf dem Sperrdamm verlaufen eine Autobahn und ein Rad- und Gehweg.




Der Afsluitdijk hat noch weitere verschiedene Funktionen. Außer der Hochwassersicherheit, dient er der Süßwasserversorgung, Ökologie und er ist eine wichtige Verbindung für Verkehr und Transport auf der Straße. Auf unserer Fahrt über den Deich kommen wir dann auch am Windpark "Fryslân" im IJsselmeer vorbei. Er liegt im nordöstlichen Teil und ist der weltweit größte Windpark, der in einem Binnengewässer errichtet wurde.



Nicht mehr weit ca. 25 km und wir erreichen den Campingplatz "Koekoek en de Waard" im malerischen Städtchen IJlst, eine der "Elf Friesischen Städte". Die „Friesische Elf Stede“ (friesisch: Alve Stêden) sind elf historische Städte in der niederländischen Provinz Friesland. Der Campingplatz ist richtig nostalgisch, hat sehr großzügige Bereiche für jeden Camper und liegt idealerweise direkt am Wasser, dem Fluss Geeuw. Von meinem Liegestuhl kann ich sogar die Windmühle sehen.



Der Fluss Geeuw fließt durch diesen charakteristischen Ort und mündet in den kleinen Fluss Ee. Entlang dieses schmalen Wasserwegs, der durch die Altstadt führt, erstrecken sich wunderschöne Ufergärten. Wir genießen bei einer Fahrt mit unserem SUP den Blick vom Wasser, die vielen verschiedenen Boote, planschende Kinder und das geschäftige Treiben in den Shops und Cafés links und rechts am Ufer.




Ebenfalls am Ufer des Flusses De Geeuw liegt das historische Sägewerk, betrieben von einer Windmühle. Die Sägemühle De Rat ist ein historisches Denkmal, aber noch voll in Betrieb. Seit drei Jahrhunderten werden die aus dem Mühlenbecken im Wasser liegenden Baumstämme mit Ketten herangeschleppt. Die Mühlenflügel drehen beharrlich ihre Runden während Stück für Stück ein kolossaler Baumstamm in robuste Bretter gesägt wird.




Bekannt ist IJlst auch für seine besonderen Gärten, die sich nicht direkt am Haus, sondern an der Gracht auf der anderen Straßenseite des Hauses befinden. Gesäumt werden sie die Straße entlang von Lindenbäumen.



Diese kleinen Gärten, Overtuinen genannt, haben einen historischen Ursprung. In den Overtuinen (sinngemäß: Gegenüber-Garten) wurde bis zur Erfindung der Waschmaschine die Wäsche gewaschen und auf dem Gras ausgebreitet, damit sie in der Sonne trocknen konnte. Die IJlster Bürger haben ihre Overtuinen so belassen, wie sie waren. Heute dienen sie als kleine Gärtchen direkt am Wasser, manche haben ihr Boot dort liegen, andere lassen die Seele baumeln. Viele sind sehr hübsch und individuell gestaltet und schaffen eine schöne Atmosphäre, die in der Form in der gesamten Region nahezu einzigartig ist.




Bei einem Spaziergang durch den Ort bummeln wir entlang der Grachten und genießen die schönen kleinen Gassen mit den historischen Häusern, Kirchen und Geschäften.



Immer wieder fasziniert bin ich von dem ständigen auf und ab der Zugbrücken, je nach Verkehr kommen die Boote oder die Autos, Radler und Fußgänger dran.




Wir sind auch mit dem Rad unterwegs, kommen an Mühlen vorbei und entdecken viele verschiedene Wasservögel. Die weite Landschaft mit den bewirtschafteten Poldern finden wir herrlich. Es ist nicht mehr so heiß wie in den letzten Wochen. Wir hatten auch durchwachsene, windige, bewölkte und auch einen Regentag. Da macht der Sinn "friesisch herb" richtig Sinn.



Trotz Wind und viel Gegenwind wollte ich doch auch einmal auf unseren Radtouren mit einer kleinen "Minifähre" für Fußgänger und Radler übersetzen. Auf unserer Tour am Flakker und Aldegeaster Brekken, ein großes Binnenseegewässer, war es endlich so weit.

Für einen Euro fünfzig hat uns der Fuhrmann hinübergefahren.




Einen sonnigen Tag haben wir für einen Ausflug mit dem Rad nach Sneek genutzt. Der schöne Ort liegt nur 3 km von unserem Campingplatz entfernt. Natürlich sind wir zu einer kleinen Besichtigungsrunde gestartet. Wieder eine unglaublich schöne Grachtenstadt mit vielen historischen Gebäuden.




Bekannt und wirklich sehr besonders, sowie das Wahrzeichen der Stadt, ist das Wassertor. Es wurde um 1492 gebaut und befindet es sich im alten Stadtzentrum.




Natürlich lassen wir auch mal die Seele baumeln, lesen, spielen, relaxen oder erfreuen uns an Carolin, dem Campingplatzhuhn :) Ganz besonders für uns sind am Abend die absolut schönen Sonnenuntergänge, die wir vom Steg aus genießen.



Nach einer tollen Woche in dieser idyllischen Region Südwest-Friesland ziehen wir wieder weiter, dankbar für unvergessliche Eindrücke.


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