Matera
- Ellen

- 29. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Nach einem verregneten Tag in Lecce und einer regenreichen Weiterfahrt ist es wieder trocken, mit blauen Fleckchen am Himmel. Wir haben Apulien verlassen und sind in der Region Basilikata angekommen. Die kleine Stadt Matera ist eine der ältesten Städte der Welt.
Bekannt ist Matera für ihre Höhlensiedlungen, die "Sassi". Sie stammen aus dem Mittelalter und zählen in Europa zu den wichtigsten Felsensiedlungen. An den steilen Hängen der Karsthochebene wurden Besiedlungsspuren bis in die Jung-Steinzeit zurück nachgewiesen.
Bis in die 1950er Jahre lebten Menschen im Höhlenlabyrinth der Sassi, bis es aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen zu behördlich verordneten Umsiedlungen kam. Dies führte dazu, dass die beiden historischen Stadtviertel langsam zerfielen. Die Wende kam erst durch die Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe 1993. Es begann ein großes Sanierungsprogramm.
Weltweit bekannt wurde die Stadt als sie 2019 zu Weltkulturstadt ernannt wurde. Aber bestimmt für viele Menschen, spätestens durch den James-Bond-Film, der in Matera gedreht wurde, "Keine Zeit zu sterben", aus dem Jahr 2021. Die antike Stadt diente als Hauptkulisse für die Eröffnungsszenen des Films und ist auch Schauplatz für eine Verfolgungsjagd.
Wir starten am Plazza Veneto und besichtigen zuerst die Palombaro Lungo, dies war im 16. Jahrhundert die Trinkwasserversorgung in Matera. Ein riesiges unterirdisches Höhlensystem, 16 Meter tief. Es hat ein Fassungsvermögen von 5 Millionen Liter Wasser. Das Quellwasser wurde gesammelt, um damit öffentliche Brunnen und weitere Zisternen zu versorgen.
Wieder oben an der Piazza machen wir uns auf den Weg zur Stadtbesichtigung. Durch das Gassenlabyrinth kommen wir vorbei an vielen kleinen Kirchen, Shops, Cafés und Restaurants.
Nach etlichen Treppen stehen wir am höchsten Punkt von Matera, hier thront die Kathedrale della Madonna della Bruna e di Sant’Eustachio. Daneben der Glockenturm mit 52 Meter Höhe, erstreckt er sich über 4 Etagen.
Die Sassi sind in Tuffstein geschlagene Höhlensiedlungen, die durch ein gigantisches Netz von Gassen und Plätzen sowie durch unterirdische Höhlen und Gänge miteinander verbunden sind. In den Höhlenwohnungen, die mit der Zeit immer tiefer in die Felsen geschlagen wurden, lebten Mensch und Vieh auf engstem Raum spartanisch und einfach miteinander. Wir haben die Sassi Casa Grotta del Solitario besichtigt.
Ein paar Schritte weiter ist die Chiesa di San Pietro Caveoso und die in den Berg gehauene kleine Chiesa della Madonna di Idris.
Immer wieder hat man tolle Blicke in die imposante Schlucht Gravina di Matera, ein Wandergebiet zwischen den Felsenwohnungen und der Stadt.
Langsam hungrig geworden, geht es durch die weihnachtlich geschmückten Straßen zum Mittagessen.
Unser Platzwart vom Stellplatz hat uns ein traditionelles Gericht hier aus der Region empfohlen, Pignata. Es handelt sich um ein sehr altes Rezept. Es besteht aus Lammfleisch, Kartoffeln, Käse und vielen anderen köstlichen Zutaten. Das Interessanteste daran ist die Art der Zubereitung. Das Gericht wird stundenlang in einem Terrakottatopf, ähnlich wie bei uns ein Römertopf im Holzofen langsam gegart.
Und dann kommt am Schluß ein Teigdeckel darüber. Sehr, sehr köstlich und das Fleisch aromatisch und butterzart. Schmatz! 😀
Um am Abend die schöne Dämmerung über der Stadt sehen zu können, haben wir mit unserem Platzwart Gianluca eine kleine Busfahrt auf eine Anhöhe gegenüber von Matera unternommen. So eine tolle Atmosphäre.











































































Ganz tolle Bilder bin begeistert